Aber es ist längst anders, wenn nun schon seit Jahren über die Werbeblöcke hinaus auch noch Werbeeinblendungen behaupten, dass sogar die Nachrichtenformate von Banken oder Versicherungen bezahlt seien, während doch meine mehr als 300 € pro Jahr an GEZ für den Informations- und Unterhaltungsauftrag genügen sollten: "Der Wetterbericht wurde Ihnen präsentiert von der Commerzbank, der Beraterbank". Seit wann betreibt diese Bad-Bank, die sich kaum selbst zu beraten wusste, eine Wetterstation?
Nun forderten Verbandsvertreter der Privatsender ein Werbeverbot bei den öffentlich-rechtlichen Radiosendern, denn Werbeeinnahmen plus GEZ verzerren immerhin den Wettbewerb erheblich. Und das ist wahr. Aber daran mogelt sich der Vorsitzende der ARD-Hörfunkkommission, Bernhard Hermann, mit der Behauptung vorbei, dass die Werbung bei den öffentlich-rechtlichen Sendern gewährleiste, dass das Radio überhaupt ein Werbeträger sei, dass also die Privaten mit der Werbeverbotsforderung bei den GEZ-Sendern sich selbst den Ast absägen würden.
Mit solch dreistem Unsinn kommt ein Verantwortlicher der öffentlich-rechtlichen Medien? Das ist unglaublich - und unwürdig, wie es nur für übelste Lobbyisten der Privatwirtschaft gewöhnlich ist. Solche Leute können/dürfen nicht für die öffentlich-rechtlichen Medien verantwortlich sein.
Nachstehend der Wortlaut der ARD-Presseerklärung:
ARD Pressemeldung
ARD gegen Werbeverbot im HörfunkDie ARD weist die Forderung des VPRT und seines stellvertretenden Vorsitzenden Hans-Dieter Hillmoth nach Werbeverboten bzw. -beschränkungen in den Hörfunkprogrammen der ARD entschieden zurück.
"Mit Verwunderung haben wir diesen weiteren abenteuerlichen Vorschlag zur Selbstabschaffung der Privatradios zur Kenntnis genommen. Nachdem sich Teile der im VPRT organisierten kommerziellen Radioveranstalter schon mit ihrer Verweigerungshaltung bei der digitalen Entwicklung des Radios von der Zukunft verabschieden, wollen sie nun offenbar auch ihre einzige Einnahmequelle, die Werbung, aufs Spiel setzen", erklärt der Vorsitzende der ARD-Hörfunkkommission, Bernhard Hermann, nach der ARD-Sitzung in Berlin. "Ohne Werbung in den öffentlich-rechtlichen Radioprogrammen hat Radiowerbung ganz sicher keine Zukunft."
Die ARD erreicht mehr als die Hälfte der Hörer und Verbraucher mit Radiowerbung. Ein Werbeverbot oder Einschränkungen würden dazu führen, dass der Hörfunk für die Werbewirtschaft ein zu kleiner und deshalb für nationale Werbung uninteressanter Markt wäre. Dieses Ergebnis wird auch von einer unabhängigen Studie gestützt, die 2003 auf Anregung der BLM erstmals in Auftrag gegeben wurde und 2009 für die Münchner Medientage aktualisiert wurde.
Der öffentlich-rechtliche Hörfunk ist daher in nahezu allen Bundesländern unverzichtbar, um eine werberelevante Medialeistung zu erzielen. ARD-Radio ist der Stabilisator für die Leistungsstärke des Mediums Radio als Werbeträger.
Stand: 02.12.2009
